Die unerwarteten Dürrebedingungen haben die seit langem vergrabenen Überreste von Kriegsschiffen der Nazi-Ära aufgedeckt, die in der Donau in der Nähe von Prahovo, Serbien, untergetaucht sind. Während Europa mit einer der schlimmsten Hitzewellen der jüngeren Geschichte zu kämpfen hat, haben Rekordniedrigwasserniveaus das Wrack von Dutzenden von Schiffen aufgedeckt, die von deutschen Streitkräften während ihres chaotischen Rückzugs vor den vorrückenden sowjetischen Truppen 1944 versenkt wurden.
Nach Angaben des Global Drought Observatory befindet sich derzeit mehr als die Hälfte der europäischen Landfläche unter Dürrebedingungen, wobei neun Prozent auf dem höchsten Alarmstufe eingestuft sind. Süddeutschland, Ungarn, Rumänien, Österreich, die Tschechische Republik und die Slowakei sind besonders betroffen. Das Gemeinsame Forschungszentrum der Europäischen Kommission bestätigte, dass die wichtigsten Flüsse, darunter die Loire, der Po, der Rhein und die Donau, aufgrund anhaltend hoher Temperaturen und minimalem Niederschlag ein Rekordtief erreicht haben. Satellitenbilder, die von der Open Source Unit von Al Jazeera analysiert wurden, zeigen dramatische Veränderungen in der Landschaft der wichtigsten Flüsse Europas in den letzten drei Jahren.
Ein Vergleich von Bildern aus dem Loire-Fluss in der Nähe von Saumur in Frankreich zeigt eine deutliche Verringerung der Wasserbedeckung, wobei nun größere Teile des Flussbetts sichtbar sind. Ähnliche Muster sind entlang des Garonne-Flusses im Südwesten Frankreichs zu beobachten, wo Satellitenfotos von Mai bis August eine umfangreiche Verbräunung der Vegetation und des Ackerlandes zeigen, was einen schweren hydrologischen Stress signalisiert.
Der Rückgang des Wasserstands hat die Schifffahrt gestört, und Berichte zeigen, dass einige Schiffe an kritischen Engpässen gestrandet sind. Der Binnenschiffsverkehr warnte davor, dass der niedrige Wasserstand Teile des Rheins sowohl für die gewerbliche als auch für die touristische Schifffahrt unpassierbar machen könnte. Der Po-Fluss in Italien wurde ebenfalls erheblich beeinträchtigt. Bilder aus der Region Emilia-Romagna in der Nähe von Boretto zeigen zwischen 2023 und 2026 einen spürbaren Rückgang der Wasserbedeckung, wobei zuvor untergetauchte Gebiete nun freigelegt sind.
Die Situation an der Donau in Ungarn unterstreicht die Schwere der Dürre. Der Wasserstand ist so dramatisch gesunken, dass historische Schiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg sichtbar geworden sind. Diese Wracks, Überreste deutscher Militärschiffe, die während des Rückzugs von 1944 aufgegeben wurden, bieten einen seltenen Einblick in die letzten Tage des Krieges in Osteuropa.
Historiker und Archäologen untersuchen nun die Stätten, um mehr Informationen über den Konflikt und die Bewegungen der Achsenmächte in dieser Zeit zu sammeln. Experten vermuten, dass die aktuelle Dürre Teil eines breiteren Trends ist, der mit dem Klimawandel verbunden ist, wobei die steigenden globalen Temperaturen zu immer häufigeren und schwereren Wetterextremen beitragen.
Die Behörden in Serbien und den Nachbarländern beobachten die Situation genau, indem sie die Bemühungen zur Erhaltung historischer Artefakte mit der Notwendigkeit der Bewirtschaftung der Wasserressourcen für Landwirtschaft und Industrie in Einklang bringen.
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