Premierminister Anthony Albanese und Oppositionsführer Angus Taylor führten am Dienstagabend weitere Gespräche und setzten ihre Bemühungen um einen Kompromiss über die Glücksspielreform fort.
Die Diskussionen konzentrierten sich auf Änderungen der von der Labor vorgeschlagenen Werbebeschränkungen für Glücksspiele, wobei die Koalition eher auf gezielte Maßnahmen als auf umfassende Reformen drängte. Laut Berichten hat die Liberal-National Party (LNP) die Notwendigkeit einer strengeren Kontrolle der sogenannten "VIP-Glücksspiel-Anreize" betont, insbesondere derer, die sich an High Roller richten.
Die Schatten-Kommunikationsministerin Sarah Henderson befürwortete Berichten zufolge eine Abkühlungsfrist für Personen, die sich über das Selbst-Ausgrenzungsregister der Regierung, Betstop, aus dem Glücksspiel zurückziehen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, zu verhindern, dass Glücksspielbetreiber den Kontakt mit ehemaligen Teilnehmern kurz nach der Entfernung von der Aktivität wieder aufnehmen.
Sie schlagen vor, Streaming-Diensten und Social-Media-Plattformen die Wahl zwischen der Implementierung eines "triple lock" -Systems zu gewähren, bei dem Anzeigen auf angemeldete Benutzer über 18 Jahre beschränkt sind, oder sich an strengere Regeln für Fernsehwerbung zu halten.
In einer parlamentarischen Rede am Dienstag kritisierte der liberale Abgeordnete Simon Kennedy die vorgeschlagene Gesetzgebung und erklärte, dass sie das Problem der Glücksspielveranlassung nicht angemessen angegangen habe und unbeschränkte Online-Werbung für Erwachsene, die sich nicht abgemeldet hätten, zulässt. Er argumentierte, dass das Gesetz dringend überarbeitet werden müsse, um sicherzustellen, dass es schädliche Praktiken wirksam einschränke und schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen schütze. Trotz dieser Kritik bleibt Labour entschlossen, die Gesetzgebung bis Ende der laufenden zweiwöchigen Legislaturperiode durch den Senat zu bringen. PM Albanese hat zuvor seine Ablehnung einer vollständigen Überarbeitung des Gesetzesentwurfs erklärt und darauf hingewiesen, dass größere strukturelle Änderungen unwahrscheinlich sind.
In der Zwischenzeit scheint Taylor bereit zu sein, die Verabschiedung des Gesetzes zu unterstützen, besteht aber darauf, den endgültigen Vorschlag vor dem gesamten Koalitionssitz zur Genehmigung zu bringen, bevor eine formelle Vereinbarung getroffen wird. Die laufenden Verhandlungen spiegeln eine breitere politische Herausforderung wider: Wie kann Glücksspiel reguliert werden, ohne die individuelle Autonomie zu verletzen oder Unternehmen mit übermäßigen Einhaltungskosten zu belasten? Befürworter der Schadensminimierung drängen weiterhin auf stärkere Schutzmaßnahmen, einschließlich Mechanismen, die eine regelmäßige Neubewertung der Wirksamkeit der Gesetzgebung ermöglichen.
Angesichts der bevorstehenden Wahlen wird sich die Debatte über die Glücksspielreform intensivieren, da beide großen Parteien sich als Verfechter verantwortungsvoller Politikgestaltung positionieren wollen.
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