Die deutsche Eisenbahnarbeitergewerkschaft EVG droht mit landesweiten Streiks in den regionalen Bahndiensten, wenn die Regierung in diesem Jahr keine strengeren Strafen für Angriffe auf Zugpersonal einführt. Laut EVG-Chef Martin Burkert muss der vorgeschlagene Gesetzentwurf bis Ende 2024 ins deutsche Parlament gelangen, sonst wird die Gewerkschaft im Januar ihren Betrieb einstellen.
Der Angriff schockierte die Nation und führte zu einer weit verbreiteten Verurteilung. Im Juli wurde der Täter wegen schwerer Körperverletzung, die zum Tod führte, zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Trotz der Schwere des Verbrechens wurde die Reaktion der Bundesregierung als unzureichend kritisiert. Burkert äußerte sich enttäuscht über den Umgang der Regierung mit dem Thema seit dem Angriff. Er stellte fest, dass zwar Beamte Besorgnis gezeigt und Aussagen gemacht haben, aber wenig greifbare Maßnahmen ergriffen wurden.
Die EVG hat gewarnt, dass die Betriebsräte der Deutschen Bahn (DB) Regio und der privaten Regionalbahnen die Genehmigung der Fahrpläne für Januar verweigern werden, wenn die vorgeschlagenen Gesetze zur Ausweitung der Strafen für Angriffe auf Bahnpersonal nicht bis Ende des Jahres in den Bundestag eingebracht werden. Dies könnte zu einer landesweiten Stilllegung der regionalen Bahndienste führen, die Millionen von Pendlern betreffen, die täglich auf diesen Strecken fahren. Ralf Damde, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der DB Regio, sagte der Bild am Sonntag, dass die Situation einen Bruchpunkt erreicht hat. Statistisch werden täglich acht Kollegen während des Dienstbetriebs angegriffen.
"Wenn das Gesetz nicht verabschiedet wird, werden die Betriebsräte die Genehmigung der Servicepläne verweigern, wodurch der Betrieb praktisch zum Erliegen kommt. Die Regierung hat die Dringlichkeit der Angelegenheit anerkannt, betont aber, dass der Gesetzesentwurf noch unter der internen Koordination steht. Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte, dass das Ziel ist, dass der Bundestag das Gesetz in diesem Jahr erörtert und möglicherweise verabschiedet.
Die EVG's Forderungen unterstreichen die andauernde Spannung zwischen Arbeitsrechten und öffentlicher Sicherheit im deutschen Verkehrssektor. Angesichts der zunehmenden Häufigkeit von Angriffen auf Zugpersonal argumentiert die Gewerkschaft, dass stärkere rechtliche Schutzmaßnahmen unerlässlich sind, um weitere Gewalt zu verhindern und die Sicherheit der Arbeitnehmer zu gewährleisten.
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