Die elektrischen Rikschas in Delhi, die einst als sauberere Alternative zu herkömmlichen Kraftstofffahrzeugen gefeiert wurden, stehen vor einer wachsenden Bedrohung durch Cyberangriffe, die auf ihre Batterien abzielen. Der Vorfall hat bei Fahrern und Beamten gleichermaßen Bedenken ausgelöst, da die Anfälligkeit dieser Fahrzeuge eine kritische Schwäche in der Bemühung der Stadt um grünere Verkehrsmittel aufdeckt. Die Angriffe, bei denen die elektrischen Rikschas über bösartige Apps aus der Ferne deaktiviert werden, haben viele Fahrer gestrandet und finanziell verletzlich gemacht und einer Branche, die bereits mit regulatorischen Änderungen zu kämpfen hat, eine weitere Schicht der Unsicherheit gebracht.
Das Problem tauchte im Juli auf, als Videos online auftauchten, in denen elektrische Rikschas auf den Straßen von Delhi plötzlich heruntergefahren wurden. Nach Berichten verwendeten die Betrüger frei verfügbare Batteriemanagement-Apps, die von Drittanbieterplattformen heruntergeladen wurden. Diese Apps nutzten unsichere Bluetooth-Verbindungen auf den Rikschas, um ihre Batterien aus der Ferne zu deaktivieren. In einigen Fällen forderten Angreifer Zahlungen von den Fahrern, um die Funktionalität wiederherzustellen, was eine Form der digitalen Erpressung darstellt. Die indische Regierung reagierte schnell und wies Google und Apple an, bestimmte chinesisch entwickelte Apps aus ihren App-Stores zu entfernen.
Experten warnen jedoch, dass das Problem über die verbotenen Apps hinausgeht, da ähnliche Schwachstellen im System bestehen bleiben. Die Verschiebung von Delhi hin zu elektrischen Rikschas wurde durch Umweltbelange und behördliche Auflagen zur Verringerung der Luftverschmutzung vorangetrieben. Die Regierung der Stadt kündigte 2023 einen Plan an, alle nicht-elektrischen Rikschas bis Januar 2027 auslaufen zu lassen, wobei ein breiteres Verbot neuer Motorräder und Scooter für 2028 vorgesehen ist. Dieser Schritt zielt darauf ab, über sechs Millionen kleine Verbrennungsmotoren, die in der Region registriert sind, zu ersetzen, darunter fast 95.000 Auto-Rikschas, die derzeit im National Capital Territory von Delhi betrieben werden.
Die Initiative steht im Einklang mit den nationalen Bemühungen, die Emissionen von Fahrzeugen zu reduzieren, insbesondere in einer Stadt, in der die Luftverschmutzung seit langem eine Krise der öffentlichen Gesundheit darstellt.
Ein typisches Modell kann zwischen 250.000 und 300.000 Rupien (ca. 3.700 4, 4.400 US-Dollar) kosten, eine Summe, die sich viele Fahrer schwer leisten können. Kredite für den Kauf dieser Fahrzeuge bedeuten oft jahrelange Schulden, was den Übergang für viele finanziell belastend macht. Die jüngsten Cybersicherheitsbedrohungen führen zu einer weiteren Komplikation. Forscher des International Council on Clean Transportation (ICCT) stellten fest, dass etwa die Hälfte der indischen Rikschas bereits elektrisch sind, ein viel höherer Anteil im Vergleich zu anderen Fahrzeugkategorien.
Diese schnelle Akzeptanz wurde zum Teil durch die Verfügbarkeit von importierten Komponenten, die es lokalen Herstellern ermöglichen, erschwingliche Elektrofahrzeuge zu bauen, angeheizt. Dennoch hat die Abhängigkeit von externen Teilen und Software die Flotte Sicherheitsrisiken ausgesetzt. Branchenexperten betonen, dass die aktuelle Welle des Hackens nicht isoliert ist. "Diese verbotenen Apps sind nicht die einzigen", sagte Sandeep Kumar Shukla, Direktor des International Institute of Information Technology Hyderabad. "Die Leichtigkeit, mit der bösartige Software erstellt und geteilt werden kann, unterstreicht den Mangel an standardisierten Sicherheitsprotokollen für Elektrofahrzeuge im Land".
Während die Behörden Schritte unternommen haben, um bekannte Apps zu blockieren, bleibt die zugrunde liegende Infrastruktur anfällig. Während sich die Situation entfaltet, bereiten sich Fahrer auf mögliche rechtliche Schritte gegen die vorgeschlagenen Vorschriften vor. Indrajeet Sachdeva, ein Führer einer Wohlfahrtsorganisation für Rikschafahrer, erwähnte Pläne, vor der Frist von 2027 eine rechtliche Herausforderung einzureichen. Inzwischen überwacht die ICCT weiterhin die Auswirkungen des Übergangs, indem sie Umweltziele mit den praktischen Realitäten von Millionen von Arbeitern in Einklang bringt.
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