Laura Hernández, einst Architekturstudentin, die davon träumte, mit Gebäuden zu arbeiten, hat sich in einem völlig anderen Bereich, dem Software-Engineering, wiedergefunden. Mit 40 Jahren arbeitet sie jetzt als Programmiererin bei Softonic, einem Unternehmen, das sich auf die Entdeckung und den Vertrieb von Software spezialisiert hat. Ihre Reise begann mit einer Leidenschaft für Design, entwickelte sich durch den Gesundheitssektor und gipfelte in einem Karrierewechsel, der von persönlichen und beruflichen Herausforderungen angetrieben wurde.
Als die Immobilienblase 2008 zusammenbrach, mussten viele Fachleute, darunter Laura, neu anfangen. Die Baubranche, die ihr ursprüngliches Ziel war, wurde instabil und führte sie dazu, neue Möglichkeiten zu suchen. In dieser Zeit entdeckte Laura eine neue Berufung, die Krankenpflege. Sie wurde von der direkten Interaktion mit Patienten angezogen, doch die Anforderungen des Berufs erwiesen sich als überwältigend. Lange Arbeitszeiten, geringer Lohn und der Kampf, Arbeit und Familienleben in Einklang zu bringen, führten sie dazu, ihren Weg zu überdenken. Mit zwei Kindern, Leia und Elsa, wurde die Notwendigkeit von Flexibilität entscheidend. Die starren Zeitpläne der Krankenpflege ließen wenig Raum für Familienzeit, was sie dazu veranlasste, nach Alternativen zu suchen.
Auf der Suche nach einer besseren Lebensqualität untersuchte Laura andere Optionen. Anfangs dachte sie darüber nach, in die Architektur zurückzukehren, aber Gespräche mit ehemaligen Kollegen zeigten die anhaltenden Kämpfe des Sektors. Es war ihr Ehemann, ein Softwareentwickler, der einen dritten Weg vorschlug: Programmierung. Diese Idee schien zunächst weit hergeholt, aber nach einigen Online-Kursen beschloss sie, den Sprung zu wagen. Sie schrieb sich in ein intensives Coding-Bootcamp ein, eine Entscheidung, die erhebliche finanzielle und emotionale Investitionen erforderte. Das Bootcamp dauerte drei Monate und verlangte täglich bis zu zwölf Stunden Arbeit. Um das Risiko zu minimieren, beantragte Laura einen vorübergehenden Urlaub von ihrem Pflegejob.
Ihre Mutter zog vorübergehend ein, um bei der Pflege ihrer Töchter zu helfen, während Laura sich auf ihr Studium konzentrierte. Sie schafften es mit einem einzigen Einkommen und behandelten die Ausbildung eher als Investition als als Glücksspiel. Die Anstrengung zahlte sich aus. In der zehnten Woche des Kurses reichte Softonic aus und bot fünf Studenten Positionen an. Laura war unter ihnen und sicherte sich nur wenige Tage nach Abschluss der Ausbildung eine Rolle. Ihr Übergang in die Technologie markierte eine dramatische Veränderung. Ihr erstes Gehalt als Programmiererin übertraf das, was sie als Krankenschwester verdiente, und was noch wichtiger ist, sie erlangte die Flexibilität, nach der sie schon lange gesucht hatte.
In der Technologiebranche gibt es keine Einkommensobergrenze, und Laura glaubt, dass dieser Sektor im Vergleich zum Gesundheitswesen, in dem sie zuvor tätig war, mehr Stabilität und Chancen bietet. Während sie ihre Karriere fortsetzt, reflektiert Laura darüber, wie wirtschaftliche Krisen und persönliche Bestrebungen die berufliche Laufbahn eines Menschen umgestalten können.
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