Die chinesischen Behörden haben bestätigt, dass ein hochrangiger Führungskraft eines staatlichen chinesischen Bauunternehmens während eines Treffens in Bogotá, Kolumbien, gefilmt wurde, in dem er angeblich eine große Geldsumme entgegennahm, die mit der laufenden Entwicklung des U-Bahn-Systems der Stadt, dem größten Infrastrukturprojekt in Südamerika, verbunden war. Der Vorfall, der auf Video aufgenommen und den kolumbianischen Staatsanwälten vorgelegt wurde, beinhaltet einen chinesischen Auftragnehmer, der Berichten zufolge Zahlungen von einem lokalen Subunternehmer im Austausch für die Bearbeitung überfälliger Rechnungen im Zusammenhang mit dem U-Bahn-Projekt verlangt.
Das Video, das ungefähr 26 Minuten dauert, zeigt den gesetzlichen Vertreter eines kolumbianischen Subunternehmers namens Union Temporal Metrobuild, der 60 Millionen kolumbianische Pesos, das entspricht etwa 19.000 US-Dollar, an einen Geschäftsführer der China Harbour Engineering Company (CHEC) übergibt. Das Treffen fand am 18. April in den ehemaligen Büros der CHEC im Teusaquillo-Distrikt von Bogotá statt. Im Filmmaterial zieht der kolumbianische Unternehmer einen dunklen Koffer aus seinem Koffer und übergibt ihn dem chinesischen Manager, der in der Strafbeschwerde nur als Yang identifiziert wird.
Die angebliche Transaktion bildet die Grundlage für eine formelle Beschwerde bei der kolumbianischen Staatsanwaltschaft. 2 Milliarden Pesos (320.000 bis 380.000 Dollar), die Union Temporal Metrobuild für die im März abgeschlossenen Arbeiten schuldet. Der Subunternehmer behauptet, dass diese Mittel aufgrund von Streitigkeiten über die Qualität seiner Arbeit am U-Bahn-Projekt zurückgehalten wurden.
Das Konsortium, das für den Bau der U-Bahn von Bogotá verantwortlich ist, hat jegliches Fehlverhalten bestritten und erklärt, dass das ausgetauschte Geld eine zwischen den beiden Unternehmen im Rahmen einer vertraglichen Meinungsverschiedenheit über die Leistungsqualität des Subunternehmers vereinbarte Einbehaltungszahlung war. Das Konsortium betonte, dass alle finanziellen Transaktionen in Übereinstimmung mit den in ihrem Vertrag festgelegten Bedingungen durchgeführt wurden. Das Video, das von Semana, dem führenden Nachrichtenmagazin Kolumbiens, erhalten wurde, wurde der Staatsanwaltschaft als Beweis für die laufende Untersuchung vorgelegt.
Die Veröffentlichung stellte fest, dass das Filmmaterial bereits öffentliches Interesse geweckt hat und Fragen zur Transparenz internationaler Verträge mit großen Infrastrukturprojekten in Lateinamerika aufgeworfen hat. Der Fall könnte breitere Auswirkungen auf ausländische Investitionen in der Region haben, insbesondere angesichts der Beteiligung eines chinesischen Staatsunternehmens an einer der ehrgeizigsten Entwicklungen des Kontinents. Union Temporal Metrobuild hat sich über die Situation außerhalb der in der Strafbeschwerde enthaltenen Informationen nicht öffentlich geäußert. In der Zwischenzeit haben sich Vertreter der CHEC geweigert, weitere Erklärungen abzugeben und die Notwendigkeit einer umfassenden Zusammenarbeit mit dem laufenden Gerichtsverfahren zu begründen.
Das Projekt der Bogotá-Metro, offiziell als Linie 1 bekannt, wird von einem Konsortium gebaut, das aus der China Harbour Engineering Company, dem spanischen Unternehmen Acciona und dem kolumbianischen Unternehmen Colpatriia besteht.
Die Untersuchung der mutmaßlichen Bestechung wird von kolumbianischen Staatsanwälten durchgeführt, die von beiden beteiligten Parteien zusätzliche Unterlagen und Zeugenaussagen verlangt haben.
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