Der italienische Justizminister Carlo Nordio hat schließlich der Staatsanwaltschaft Rom Dokumente übermittelt, mit denen er einen Haftbefehl für den libyschen General Osama Najeem Almasri gemäß dem Auftrag des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) anfordert. Diese Maßnahme erfolgt mehr als anderthalb Jahre nachdem der IStGH den Antrag erlassen hatte, und jetzt, da Almasri bereits in Libyen zurückgekehrt ist, wo er kürzlich wegen ähnlicher, aber weniger schwerwiegender Anklagen verurteilt wurde, ist der Schritt weitgehend symbolisch und dürfte keine praktische Wirkung haben. Die Verzögerung resultiert aus einem Urteil des italienischen Verfassungsgerichtshofs, das Nordio dazu zwang, den Forderungen des IStGH nachzukommen und damit die frühere Haltung der Regierung zu stürzen. Zuvor hatte sich Nordio wegen angeblicher verfassungsrechtlicher Bedenken geweigert, was zu einer gerichtlichen Kontrolle führte und eine Untersuchung wegen möglicher Fahrlässigkeit ins Stocken brachte.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel stellt eine sachliche Darstellung der verspäteten rechtlichen Schritte dar, die die italienische Regierung im Zusammenhang mit der Verhaftung eines libyschen Generals nach internationalem Recht unternommen hat.





