Im Herzegowina-Neretva-Kanton von Bosnien und Herzegowina haben 85% der Fachärzte wegen unbezahlter Gehaltsforderungen ihren Rücktritt angekündigt. Das örtliche Krankenhaus und Gesundheitszentrum in Livno würde alle Anästhesisten, Gynäkologen und Internisten verlieren, so dass nur noch ein Kinderarzt und zwei Neurologen übrig bleiben würden. Andere Spezialisten wie Otorhynxologen, Physiater, Orthopäden und Ophthalmologen werden ebenfalls abreisen. Dieser Mangel bedroht die Patientenversorgung, zumal die Region bereits die geringste Anzahl an Ärzten unter den Krankenhäusern in Bosnien und Herzegowina hat. Ärzte behaupten, dass sie die niedrigsten Gehälter in der Föderation erhalten, wobei Spezialisten rund 2600 Wandelmarken (etwa 1300 Euro) verdienen. Die kantonalen Behörden lehnen die neuen Verhandlungen mit der Begründung ab, dass ein bestehender Kollektivvertrag Ende des Jahres ausläuft, und bestehen darauf, dass die Verhandlungen nicht nur auf Ärzte beschränkt werden können.
Tendenz-Einschätzung (Progressiv): In dem Artikel wird das Problem als systematisches Problem der Unterzahlung innerhalb des Gesundheitswesens dargestellt, wobei die Diskrepanz zwischen den kantonalen Behörden und den medizinischen Fachkräften hervorgehoben wird.



