Die Vogelgrippe hat Victoria erreicht und markiert einen entscheidenden Wendepunkt im Kampf Australiens gegen den H5N1-Stamm. Die Bundeslandwirtschaftsministerin Julie Collins bestätigte am Mittwoch, dass eine lokale Übertragung des hoch virulenten Virus aufgetreten ist, was eine neue Phase in der Reaktion des Landes signalisiert. Die Bestätigung erfolgte, nachdem 11 neue Verdachtsfälle bei südaustralischen Vögeln gemeldet wurden, darunter vier Fälle auf der Kangaroo-Insel. Dies markiert den ersten Fall einer lokalen Übertragung innerhalb des Landes und weckt Bedenken über die möglichen Auswirkungen auf die einheimische Tierwelt.
Der Ausbruch führte zu insgesamt 27 bestätigten Erkenntnissen in ganz Australien, wobei sich die jüngsten Erkenntnisse auf die südlichen Regionen konzentrierten. Nach Angaben des Beratenden Ausschusses für Notfall-Tierkrankheiten, zu dem Vertreter der Bundes- und Landesregierungen gehören, hat sich das Virus unter den in Südaustralien ansässigen größeren Rübenstern verbreitet. Genetische Analysen, die von Dr. Beth Cookson, Australiens Chefarzt, durchgeführt wurden, zeigten, dass alle identifizierten Fälle mit subantarktischen Stämmen des Virus in Verbindung stehen. Trotz dieser Entwicklungen gab es keine Berichte über H5N1 in der Geflügel- oder Landwirtschaft, und das Risiko für die menschliche Gesundheit bleibt als gering eingestuft.
Auf der Kangaroo-Insel, die für ihre reiche Artenvielfalt bekannt ist, wird wegen des Vorhandenseins des Virus nun verstärkt geprüft. Eines der betroffenen Gebiete ist die Seal Bay, die Heimat der drittgrößten australischen Seelöwenpopulation im Land. Naturschutzorganisationen warnen, dass die Tierwelt der Insel schwerwiegende Folgen haben könnte. Alexia Wellbelove, Kampagnenleiterin der Australian Marine Conservation Society, betonte die Verwundbarkeit der Art und stellte fest, dass etwa 80% der australischen Seelöwenpopulation in Südaustralien leben. In den letzten vier Jahrzehnten ist ihre Zahl um 60% zurückgegangen, so dass etwa 12.000 Individuen übrig sind.
Wellbelove verwies auf historische Daten aus Südamerika und Heard Island, wo das Virus zu Massensterben von Seelöwen und Robben führte. Sie warnte, dass sich ähnliche Ergebnisse vor allem unter den aktuellen Umständen in Australien ergeben könnten. Als Reaktion darauf ordnete Clare Scriven, die südaustralische Ministerin für Primärindustrie, vorübergehende Pausen bei Strandtouren in Seal Bay an, um die Interaktion zwischen Menschen und Tieren zu minimieren und das Risiko der Übertragung von Krankheiten zu verringern.
Cookson betonte, dass die Überwachungsbemühungen fortgesetzt werden, der Fokus jedoch auf die Minderung der Auswirkungen statt auf deren vollständige Verhinderung verlagern wird. Die Bundesregierung hat mehr als 113 Millionen US-Dollar für die Vorbereitung auf die Ankunft des Virus bereitgestellt, was das Ausmaß der Bedrohung unterstreicht. Im Zuge der Entwicklung der Situation bleibt der Schwerpunkt auf der Überwachung der Ausbreitung des Virus und dem Schutz gefährdeter Ökosysteme. Da das Virus jetzt fest in der Region verwurzelt ist, werden die kommenden Wochen wahrscheinlich weitere Einblicke in seine Auswirkungen auf die Tierwelt und das breitere ökologische Gleichgewicht geben.
Die Behörden sind weiterhin wachsam und arbeiten daran, mehr Daten zu sammeln und Maßnahmen zur Verringerung des potenziellen Schadens für einheimische Arten umzusetzen.
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