Binance, die weltweit größte Kryptowährungsbörse, erweitert ihren regulatorischen Fußabdruck in ganz Asien, da sie ihre Präsenz in den aufstrebenden Märkten weiter ausbaut. Co-CEO Richard Teng enthüllte während eines Interviews auf dem Reuters NEXT Asia Leadership Summit in Singapur, dass das Unternehmen plant, sich in diesem Jahr zusätzliche Lizenzen in der Region zu sichern.
Der Druck für mehr behördliche Genehmigungen kommt inmitten einer breiteren Strategie, um die Position von Binance auf den asiatischen Märkten zu festigen. Zusätzlich zur Sicherung neuer Lizenzen zielt die Börse darauf ab, strategische Partnerschaften zu schmieden, die mit regionalen Regulierungsrahmen übereinstimmen. Diese Bemühungen spiegeln einen größeren Trend von Kryptowährungsplattformen wider, die Legitimität und Vertrauen durch die Einhaltung nationaler Vorschriften suchen.
Teng stellte fest, dass das Unternehmen zwar bereits in mehreren asiatischen Ländern bedeutende Fortschritte gemacht hat, aber es noch Möglichkeiten gibt, sich weiter auszubauen, insbesondere in Ländern, in denen sich das regulatorische Umfeld entwickelt. Trotz dieser positiven Entwicklungen in Asien stand Binance Anfang des Jahres in Europa vor Herausforderungen. Das Unternehmen hatte einen Antrag auf eine Lizenz für die Regulierung von Krypto-Assets-Märkten (MiCA) in Griechenland gestellt, entschied sich aber schließlich, sie aufgrund von Verzögerungen im Genehmigungsprozess zurückzuziehen. Teng stellte klar, dass diese Entscheidung keine Änderung der Verpflichtung von Binance zur Geschäftstätigkeit innerhalb der Europäischen Union signalisierte.
Stattdessen beschrieb er die Situation als Folge von zeitlichen Einschränkungen und betonte, dass das Unternehmen weiterhin mit europäischen Regulierungsbehörden zusammenarbeitete und die Ziele von MiCA unterstützte. Er äußerte seine Enttäuschung über die Verzögerung, bekräftigte aber das Engagement von Binance, die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen, wo immer es tätig ist. Um Bedenken hinsichtlich der Compliance und der Benutzersicherheit zu beheben, hat Binance seine Investitionen in Governance und Risikomanagement deutlich erhöht. Laut Teng konzentriert sich jetzt etwa ein Viertel der globalen Belegschaft des Unternehmens auf Compliance-bezogene Aufgaben.
Darüber hinaus gibt die Börse jährlich über 300 Millionen US-Dollar für Compliance-Kosten aus, um die Einhaltung internationaler Standards zu gewährleisten. Maßnahmen wie die Veröffentlichung von Nachweisen über Reserven und die Aufrechterhaltung eines sicheren Vermögensfonds für Benutzer (SAFU) sind Teil der umfassenderen Bemühungen von Binance, Transparenz zu schaffen und das Vertrauen der Benutzer zu stärken.
Anfangs hatten nur rund sechs Millionen Menschen weltweit Zugang zu Kryptowährungen, aber heute ist diese Zahl auf fast 740 Millionen gestiegen, wobei etwa die Hälfte von ihnen die Binance-Plattform nutzt. Teng wies darauf hin, dass in den frühen Tagen der Branche klare regulatorische Richtlinien fehlten, was es Unternehmen erschwert, sich in rechtlichen Landschaften zu bewegen. Er stellte jedoch fest, dass in den letzten Jahren regulatorische Rahmenbedingungen ausgereift sind und sowohl für Investoren als auch für Betreiber ein strukturierteres Umfeld geschaffen haben.
Er glaubt, dass die breite Einführung von Blockchain-Lösungen von klareren regulatorischen Leitlinien und einem größeren Engagement traditioneller Finanzinstitute abhängen wird.
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