Das zweitgrößte Frauenkonzentrationslager Österreichs, das Hirtenberg-Unterlager des Mauthausen-Systems, soll abgerissen und durch einen Lidl-Supermarkt und eine gekühlte Logistikanlage ersetzt werden. Während des Zweiten Weltkriegs gegründet, hielt das Lager etwa 400 Frauen, hauptsächlich Juden aus Auschwitz, wobei viele Russen die größte Gruppe waren. Die Stätte wurde vom örtlichen Bürgermeister und Immobilienentwickler Andreas Ramharter an den Geschäftsmann Thomas Rattensperger für über 15 Millionen Euro verkauft, mit zusätzlichen Gewinnen aus der Neuausrichtung. Trotz der Proteste von Holocaust-Gedenkstätten und jüdischen Gemeinden entschied das Bundesamt für Denkmäler, dass die Stätte die Kriterien für den Status eines geschützten Monuments nicht erfüllte, so dass der Bau fortgesetzt werden konnte.
Tendenz-Einschätzung (Rechts): Der Artikel formuliert die Entwicklung als eine umstrittene Entscheidung, die kommerziellen Interessen gegenüber der historischen Erhaltung Vorrang einräumt und die Kritik jüdischer und Holocaust-bezogener Organisationen hervorhebt, während die Genehmigung durch das Bundesamt für Denkmäler als endgültige Autorität dargestellt wird.




