Die Erdbeben waren in mehreren Regionen zu spüren, wobei Pereira, die Hauptstadt des Departements Risaralda, zu den am stärksten betroffenen Gebieten zählte.
Das Erdbeben, das in den Morgenstunden auftrat, hatte seinen Mittelpunkt in der Nähe von San José del Palmar im Departement Chocó, obwohl seine Auswirkungen weit über diese Region hinaus zu spüren waren. Städte wie Pereira, Armenien, und Manizales, Schlüsselstädte im sogenannten Kaffee-Gürtel, berichteten umfangreiche Schäden an Gebäuden und Infrastruktur.
Die örtlichen Behörden in Pereira berichteten zunächst von mindestens 18 Toten, darunter drei Todesopfer am internationalen Matecaña-Flughafen. Spätere Updates brachten die Zahl der Toten auf 22, wobei in nahe gelegenen Städten wie Manizales und Buenaventura weitere Opfer gemeldet wurden. Der Bürgermeister der Stadt, Mauricio Salazar Peláez, beschrieb die Situation als "kritisch" und stellte fest, dass Dutzende von Menschen unter Trümmern gefangen waren. Er betonte den Zusammenbruch der Kommunikation und die überwältigende Natur der Reaktionsbemühungen. Rettungskräfte, die unter schwierigen Bedingungen arbeiten, haben versucht, Überlebende inmitten des Wracks zu finden.
Der Flughafen selbst erlitt erhebliche Schäden, wobei Teile seines Daches zusammenbrachen und die Flüge eingestellt wurden. Die kolumbianische Zivilluftfahrtbehörde gab bekannt, dass der Betrieb mehrerer großer Flughäfen, darunter der in Pereira, Manizales, Quibdó, Armenien, Cartago und Buenaventura, aufgrund struktureller Bedenken vorübergehend eingestellt wurde. Diese Maßnahmen unterstreichen die weitreichenden Auswirkungen der Katastrophe, die sowohl städtische Zentren als auch regionale Verkehrsnetze betroffen haben. Präsident Abelardo de la Espriella, der nur wenige Tage vor dem Erdbeben sein Amt antrat, hat sich verpflichtet, Pereira persönlich zu besuchen, um die Opfer zu unterstützen und die Reaktion der Regierung zu überwachen.
Seine Regierung hat ausführliche Berichte von der Nationalen Risikomanagement-Einheit (Ungrd) angefordert und die Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen betont. Trotz der Verwüstung haben die Beamten die Möglichkeit eines Tsunamis entlang der Pazifikküste Kolumbiens ausgeschlossen und den Küstenbewohnern eine gewisse Beruhigung geboten. In Cali, einer weiteren stark betroffenen Stadt, erreichte die Zahl der Toten 85 und mindestens 885 Verletzte. Die Rettungsdienste setzten Ausgangssperren und verlängerte Betriebszeiten ein, um den Zustrom von Opfern zu verwalten. Rettungsteams haben Ketten von Freiwilligen eingesetzt, um Leichen und Vorräte aus zusammengebrochenen Strukturen zu extrahieren, oft mit einfachen Werkzeugen und Schreien von Befehlen, um Lebenszeichen zu erkennen.
Ein emotionaler Moment kam, als ein Baby und ein Erwachsener erfolgreich aus den Trümmern lebend gerettet wurden, deren Überleben auf Video festgehalten und weit verbreitet wurde. Medizinische Einrichtungen in Cali, einschließlich des Universitätsklinikums Valle, erlitten schwere Schäden, insbesondere in den Intensivstationen. Die Weltgesundheitsorganisation stellte fest, dass mehrere Krankenhäuser Patienten evakuieren mussten, wobei einige aufgrund von Platzmangel auf Gehwegen behandelt wurden. Das Ausmaß der Katastrophe hat schmerzhafte Erinnerungen an das Erdbeben von 1999 zurückgebracht, das in derselben Region fast 1.200 Leben forderte.
Da Hunderte von Menschen noch vermisst werden und zahlreiche Gebäude in Trümmern liegen, wird der Weg zur Wiederherstellung lang und schwierig sein. Die Regierung und lokale Organisationen koordinieren weiterhin die Hilfsaktionen, um sicherzustellen, dass die Bedürftigen Nahrung, Unterkunft und medizinische Versorgung erhalten.
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