Die französischen Sicherheitsbehörden haben eine mit Russland verbundene Desinformationskampagne gegen den Präsidentschaftskandidaten Gabriel Attal identifiziert, was ein weiteres Beispiel für ausländische Einmischung vor den Wahlen im nächsten Jahr darstellt. Die Operation, die von Frankreichs Anti-Desinformations-Wachhund Viginum entdeckt wurde, wurde dem pro-russischen "Matryoshka"-Netzwerk zugeschrieben, von dem angenommen wird, dass es unter der Leitung russischer Staatsakteure operiert. Die Kampagne, die als "hochgradig vertrauenswürdig" beschrieben wurde, konzentrierte sich auf die Verbreitung falscher Behauptungen über die Gesundheit und Politik von Herrn Attal und nutzte Social-Media-Plattformen, um legitime französische Medien zu imitieren.
Der Angriff erfolgte nur wenige Tage, nachdem die französischen Behörden ähnliche Bemühungen gegen zwei andere prominente Persönlichkeiten aufgedeckt hatten. Eine Sicherheitsquelle bestätigte, dass ein separates mit Russland verbundenes Netzwerk, bekannt als Storm-1516, zuvor sowohl Edouard Philippe, einen ehemaligen zentristischen Premierminister, der sich um das Präsidentenamt bewarb, als auch Raphael Glucksmann, ein linksgerichtetes Mitglied des Europäischen Parlaments und ausgesprochener Kritiker Moskaus, ins Visier genommen hatte. Diese Kampagnen, die Fehlinformationen über den Gesundheitszustand und die politischen Standpunkte der Kandidaten verbreiteten, wurden alle auf Gruppen zurückgeführt, die mit dem russischen Geheimdienst in Verbindung standen.
Laut einer Quelle, die Gabriel Attal nahe steht, war der Angriff wahrscheinlich motiviert durch seine öffentliche Unterstützung für die Ukraine seit Beginn der vollständigen Invasion Russlands im Jahr 2022. Der Kläger, der seit 2022 Premierminister Frankreichs ist, hat sich konsequent für engere Beziehungen zu Kiew ausgesprochen und hat eine feste Haltung gegen die russische Aggression eingenommen. Sein Engagement für die Ukraine scheint ihn zu einem Ziel für russische Agenten gemacht zu haben, die seine Glaubwürdigkeit und Wahlkampfchancen untergraben wollen. Die Desinformationsbemühungen gegen Herrn Attal beinhalteten Beiträge auf X, früher Twitter, die fälschlicherweise behaupteten, er leide an der Parkinson-Krankheit und dass er eine nachsichtigere Politik gegenüber Besetzern unterstützt.
Diese Beiträge wurden entwickelt, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in seine Führung zu untergraben und möglicherweise die Stimmgefühle der Wähler während des bevorstehenden Wahlkampfs zu beeinflussen. Während das Ausmaß der Kampagne als "relativ niedriges Profil" mit nur wenigen Tausend Aufrufen beschrieben wurde, deutet die koordinierte Natur der Angriffe auf eine breitere Strategie hin, um wichtige politische Persönlichkeiten vor den Wahlen zu destabilisieren.
Die Agentur stellte fest, dass diese Netzwerke oft ausgeklügelte Taktiken anwenden, um glaubwürdige Quellen nachzuahmen, was es der Öffentlichkeit erschwert, zwischen authentischen und manipulierten Inhalten zu unterscheiden. Diese Herausforderung unterstreicht die wachsende Bedrohung durch digitale Manipulation in demokratischen Prozessen, insbesondere in Ländern wie Frankreich, in denen soziale Medien eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der öffentlichen Meinung spielen.
Da die extreme Rechte an Dynamik gewinnt und sich als potenzieller Gewinner der Wahlen 2027 positioniert, hat die französische Regierung ihre Bemühungen zur Bekämpfung von Desinformation verstärkt. Sicherheitsbeamte haben gewarnt, dass solche Kampagnen mit der Annäherung an die Wahlen häufiger und anspruchsvoller werden könnten und eine größere Wachsamkeit und öffentliche Aufmerksamkeit erfordern.
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