Das Massenverkehrssystem (Mass Rapid Transit, MRT) Singapurs wird laut der Land Transport Authority (LTA) bis 2028 alle bestehenden Linien mit fortschrittlichen Systemen zur Erkennung überhitzter Achsboxen ausstatten. Die Initiative zielt darauf ab, die Sicherheit und Zuverlässigkeit im umfangreichen Schienennetz des Stadtstaates zu verbessern. Das System wird zunächst auf den Linien Nord-Süd, Ost-West, Circle, Thomson-Ostküste, Innenstadt und Nordosten installiert, wobei die Implementierung auf der Jurong Region Line (JRL) bis Ende 2030 beginnen soll. Die JRL soll in Phasen zwischen Mitte 2028 und 2029 in Betrieb gehen, wobei eine neue Station zwischen Tengah und Choa Chu Kang für Mitte der 2030er Jahre geplant ist.
Die Entscheidung folgt auf eine größere Schienenstörung auf der Ost-West-Linie (EWL) im September 2024, als ein Achselkastenversagen zu einer Entgleisung führte. Der Vorfall, der sechs Tage dauerte, störte die Dienste zwischen den Stationen Jurong East und Buona Vista. Untersuchungen ergaben, dass ein Achselkasten eine Temperatur von 118 Grad Celsius erreicht hatte, die den typischen Bereich von 30 bis 65 Grad Celsius weit übersteigt. Trotz der hohen Temperatur konnte das Wärmerkennungswerkzeug von SMRT das Problem aufgrund von Systemfehlern nicht erkennen, die später korrigiert wurden.
Das System soll die Bahnbetreiber auf ungewöhnliche Temperaturerhöhungen aufmerksam machen, um mögliche Ausfälle zu verhindern. Die Installation wird voraussichtlich im Jahr 2027 beginnen, wobei das System ältere Erkennungsmethoden ersetzt, die derzeit auf einigen Linien verwendet werden. Derzeit werden Hot-Axle-Erkennungssysteme von SMRT auf den Nord-Süd- und Ost-West-Linien und von SBS Transit auf der Nordost-Linie betrieben.
Ein akustisches Detektionssystem, das nur auf den Nord-Süd- und Ost-West-Linien und der JRL verfügbar ist, wird Gleismikrofone und prädiktive Analysen verwenden, um frühe Anzeichen von Lagerschäden zu erkennen. In der Zwischenzeit wird auf allen Linien, einschließlich der JRL, ein Heißraddetektionssystem installiert, um die Radtemperaturen zu überwachen und mögliche Rad- oder Bremssystemfehler zu erkennen. Achslager, wichtige Komponenten, die die reibungslose Rotation der Zugräder erleichtern, sind anfällig für Überhitzung aufgrund von Faktoren wie abgebautem Fett oder abgenutzten Chevronfedern. Chevronfedern aus gebundenen Metallplatten und Gummi helfen, Vibrationen während der Zugbewegung zu absorbieren.
Übermäßige Reibung in diesen Komponenten kann zu einer Überhitzung der Achsbox führen, was ein Risiko für die Betriebssicherheit darstellt. Die LTA hat im Oktober 2025 eine Ausschreibung für die Lieferung des Warm-Achs-Box-Erkennungssystems veröffentlicht, wobei die Einreichungen im Januar 2026 abgeschlossen werden. Insbesondere die Cross Island Line, die derzeit im Bau ist und bis 2030 fertiggestellt werden soll, wurde aus der Ausschreibung ausgeschlossen, da sie noch nicht in Betrieb ist. Die Überholung des Erkennungssystems markiert einen bedeutenden Schritt zur Modernisierung der Eisenbahninfrastruktur Singapurs. Durch die Standardisierung der Ausrüstung und die Optimierung des Ersatzteilmanagements hofft die LTA, die Effizienz zu verbessern und die Wartungskosten zu senken.
Die neue Technologie wird auch eine konsistente Überwachung auf allen Strecken gewährleisten, wodurch die allgemeine Sicherheit und die Zuverlässigkeit des Dienstes verbessert werden.Im Laufe des Projekts liegt der Schwerpunkt weiterhin auf der nahtlosen Integration der neuen Systeme in das bestehende MRT-Netz.
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