Ein 6.500 Jahre alter menschlicher Zahn, der in Serbien entdeckt wurde, hat ein neues Interesse an Handwerkskunst und Bestattungspraktiken aus dem Neolithikum geweckt. Das Artefakt, das während der Felduntersuchungen an der Vinča-Kulturstätte von Jablanica in der Nähe von Belgrad gefunden wurde, wurde zunächst mit einer Tierzahnperle verwechselt, bevor es als menschlicher Hund identifiziert wurde, der als Schmuck verwendet wurde.
Der Zahn, der weniger als einen Zoll (23 Millimeter) misst, wurde in einem Feld ausgegraben, nachdem jahrelange landwirtschaftliche Aktivitäten seine Struktur beschädigt hatten. Er wurde später im Museum von Mladenovac gesammelt und gelagert, wo er fast zwei Jahrzehnte lang falsch klassifiziert blieb. Die Archäologen Nemanja Marković und Ana Maričić vom Institut für Archäologie in Belgrad untersuchten schließlich den Gegenstand, was zu seiner Umklassifizierung führte.
Stattdessen schien es aus Skelettreste zu stammen, was darauf hindeutet, dass die Person bereits verstorben war. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie impliziert, dass der Zahn absichtlich ausgewählt und für den Einsatz als Schmuck modifiziert wurde. Das Vorhandensein eines präzise gebohrten Lochs deutet darauf hin, dass die Person, die den Anhänger herstellte, über fortgeschrittene technische Kenntnisse verfügte.
Obwohl eine absolute Gewissheit bei Oberflächenfunds schwierig zu erreichen ist, unterstützen mehrere Beweislinien, einschließlich mikroskopischer Analyse und Röntgenstrahlen, diese Datierung. Die Entdeckung unterstreicht die Seltenheit solcher Artefakte in der Region. In Jablanica wurden nur drei weitere dekorative Gegenstände identifiziert: ein Fragment eines Muschelfändels und ein weiterer Muschelfändel. Der menschliche Zahnpendel zeichnet sich als einzigartiges Beispiel für persönliche Verzierungen mit menschlichen Überresten aus. Ähnliche Gegenstände wurden anderswo in Europa gefunden, aber vor dieser Entdeckung wurde auf dem neolithischen Zentralbalkan keiner bestätigt.
Unter dem Mikroskop ergab die Präzision der Bohrung, dass das Objekt nicht hastig gemacht wurde, sondern mit Sorgfalt gefertigt und für einen längeren Gebrauch vorgesehen war. Er glaubt, dass der Anhänger eine breitere kulturelle Praxis widerspiegelt, in der menschliche Überreste in bedeutungsvolle persönliche Objekte umgewandelt wurden, was frühere Annahmen darüber, wie alte Völker die Toten behandelten, in Frage stellt. Der Fund hat dazu geführt, dass weitere Untersuchungen bestehender archäologischer Sammlungen gefordert werden. Marković hofft, dass andere Forscher ihre Archive erneut besuchen werden, da diese Entdeckung nur durch einen zweiten Blick auf zuvor übersehenes Material möglich war.
Diese Bemühungen könnten zusätzliche Artefakte aufdecken, die im Laufe der Zeit falsch klassifiziert oder ignoriert wurden. Die Stätte Jablanica, Teil der Vinča-Kultur, einer der größten prähistorischen Gesellschaften Europas, hat zahlreiche Artefakte hervorgebracht, darunter Keramik, Figuren und geschnitzte Knochenwerkzeuge. Der menschliche Zahn Anhänger fügt jedoch eine neue Dimension zum Verständnis der sozialen und rituellen Praktiken dieser alten Gemeinschaft hinzu. Forscher analysieren das Artefakt weiterhin und suchen nach weiteren Einblicken in das Leben und den Glauben derer, die vor Tausenden von Jahren in der Region lebten.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden