Der Tod der 23-jährigen Anneliese Michel im Jahr 1976 nach 67 Exorzismen löste internationale Empörung aus und führte zu erheblichen Veränderungen innerhalb der katholischen Kirche. Michel litt an Epilepsie und schwerer Psychose und wurde von ihren Eltern und zwei Priestern, die später wegen fahrlässigen Mordes verurteilt wurden, längeren Exorzismusritualen ausgesetzt. Der Fall veranlasste die deutsche katholische Bischofskonferenz, Richtlinien zu erlassen, die eine medizinische Überwachung bei Exorzismen erfordern. Trotzdem werden Exorzismen heute fortgesetzt, obwohl Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Polen oder Italien vorsichtig bleibt. Die meisten Diözesen bieten Beratungsdienste für diejenigen an, die Hilfe suchen, oft mit psychiatrischen Bewertungen.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel stellt eine ausgewogene Darstellung von historischen Ereignissen, rechtlichen Ergebnissen und aktuellen Praktiken im Zusammenhang mit Exorzismen in Deutschland dar.





