Das Mitbestimmungsgesetz, das den Arbeitnehmern die Repräsentation in Aufsichtsräten von Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten gewährt, wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Trotz seiner Absicht, den Einfluss der Arbeitnehmer auf die Entscheidungsfindung in Unternehmen zu gewährleisten, haben viele Unternehmen Wege gefunden, das Gesetz zu umgehen. Das Gesetz war während seiner Verabschiedung umstritten, wobei Arbeitgebergruppen es aufgrund von Bedenken über Einschränkungen der Führungsfreiheit ablehnten. Es wurde jedoch im Parlament mit überwältigender Mehrheit verabschiedet. Studien des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensmanagement legen nahe, dass mitbestimmte Unternehmen in Wirtschaftskrisen besser abschneiden, mehr in langfristige Projekte investieren, eine stabile Beschäftigungszahl beibehalten, höhere Steuern zahlen und höhere Gewinnspannen erzielen. Dennoch entsprechen laut diesen Studien rund 40% der berechtigten Unternehmen nicht dem Gesetz, da es oft nur wenige Sanktionen für die Nichteinhaltung gibt. Unternehmen wie Rossmann, IKEA, Alnatura, Burger King, Ferrero und Microsoft gehören Berichten zu denjenigen, die die wirksamen Vorschriften ignorieren.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel präsentiert beide Perspektiven und betont die Vorteile der Mitbestimmung, wobei Kritik und Fälle der Nichteinhaltung anerkannt werden.



