Ein vor 40 Jahren in der Antarktis entdecktes Fossil wurde als Wirbel eines riesigen Dinosauriers identifiziert, was einen bedeutenden Meilenstein in der paläontologischen Forschung auf dem eisigen Kontinent darstellt.
Das Fossil wurde von Mitgliedern des British Antarctic Survey (BAS) auf James Ross Island gefunden. Aufgrund der extremen und herausfordernden Feldbedingungen war die anfängliche Identifizierung falsch, was dazu führte, dass der Knochen in das umfangreiche Sammelsystem der Organisation gelagert wurde. Es blieb weitgehend vergessen, bis Dr. Mark Evans, der die Archive des BAS beaufsichtigt, das Exemplar während einer routinemäßigen Inventur von Tausenden von Gegenständen bemerkte.
Professor Barrett bestätigte, dass das Artefakt einem Titanosaurier gehörte, was ihn zum ersten identifizierten Dinosaurierbein macht, der jemals in der Antarktis gefunden wurde.
Die Titanosaurier gehören zur größeren Gruppe der Sauropoden, zu denen auch einige der größten Landtiere der Erdgeschichte gehören, wie Brachiosaurus und Diplodocus, deren Länge 20 bis 30 Meter überschritt. Während bestimmte Mitglieder der Titanosaurier-Linie bis zu 35 Meter lang und bis zu 60 Tonnen schwer werden konnten, war das antarktische Exemplar relativ klein - etwa sechs bis sieben Meter lang. Wissenschaftler spekulieren, dass es sich entweder um ein jugendliches Tier oder eine kleinere Unterart von pflanzenfressenden Riesen handeln könnte.
Laut Paläontologen bewohnte dieser Sauropod das Gebiet, das heute als Antarktis bekannt ist, vor etwa 82 Millionen Jahren, in der späten Kreidezeit. Zu dieser Zeit sah der Kontinent sehr anders aus als heute - er war von dichten grünen Wäldern bedeckt und nicht von dicken Eisschichten, die reichlich Nahrungsquellen für große Pflanzenfresser lieferten.
Eine genaue Datierung solcher fragmentierten Fossilien ist in der Regel fast unmöglich, aber die Wissenschaftler konnten den geologischen Kontext des Fundes nutzen. Der Wirbel wurde in marinen Sedimentgesteinen neben Überresten alter Mollusken namens Ammoniten entdeckt. Professor Barrett erklärte, dass nach dem Tod des Dinosauriers sein Körper wahrscheinlich von Flussströmungen nach unten in das offene Meer gespült wurde, wo er schließlich auf den Meeresboden sank und in Sedimentlagerungen konserviert wurde.
Trotz der Tatsache, dass das Fragment zu beschädigt ist, um eine neue Art genau zu beschreiben oder zu klassifizieren, ist seine Identifizierung ein entscheidender Schritt bei der Rekonstruktion der mesozoischen Ökosysteme um den Polarkreis.
Experten glauben jedoch, dass die tatsächliche Vielfalt der unter dem Eis verborgenen Fauna deutlich höher war.
In anderen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Dinosaurierforschung deuten jüngste Entdeckungen in der Mongolei darauf hin, dass bestimmte Dinosaurier-Arten in der Lage waren, Geschwindigkeiten zu entwickeln, die mit professionellen Radfahrern vergleichbar sind.
Joseph Kiat, ein Forscher der Zoologischen Fakultät der Universität Tel Aviv und des Steinhardt-Museums für Naturgeschichte, untersuchte die in Felsen erhaltenen Abdrücke von Federn und entdeckte Beweise dafür, dass gewisse geflügelte Dinosaurier im Laufe der Zeit allmählich ihre Fähigkeit zum Fliegen verloren haben.
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